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29.08.06

Florenz

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... war sommerlich und sonnig warm in den letzten vier Tagen. Die Pizzen groß, das Eis hervorragend und eine bemalte
Decke in den Uffizien so schön, dass man sie hier in voller Schönheit zeigen muss.
Kunst zum Überlaufen auch sonst - und den Touristenströmen entkam man erstaunlich schnell, wenn man ein paar
Meter in die Seitengassen lief. Von dort und vom Mittendrin ein paar Bilder.

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24.08.06

Alternativen

sitzfertig.jpg stoffe.jpg Der Sitz für den Thron ist fertig. Er ist erschreckend schwer, und wird wohl nur zu zweit zu heben zu sein. Ich habe mich nun doch gegen Armlehnen entschieden, schweren Herzens. Die Sitzfläche erscheint mir eher klein, Armlehnen würden noch mehr Platz nehmen - man säße dann zwar sehr thronhaft aber eventuell ziemlich beengt.
Ich habe zwei Zapfen angebracht (rechts), auf die dann die Rückenlehne gesteckt wird; die tatsächliche Sitzfläche ist jetzt ca. 40 x 55 cm groß und etwa 25 cm hoch. Das Ende ist in Sicht! Mit der Rückenlehne habe ich heute angefangen, dann muss "nur" noch gebrannt werden.
Über den Verlust der Armlehnen tröste ich mich mit Plänen für ein Sitzkissen hinweg und habe schon verschiedene Stoffe im Auge (links). Vielleicht werde ich auch selbst etwas sticken und/oder filzen an den kommenden langen Herbstabenden...

14.08.06

kleine Fluchten

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Wochenendferien in Tirol - einmal um die Ecke von München aus, und doch eine andere Welt, und eine, die man viel zu selten besucht. Regensachen an, Regensachen aus, zu warm, zu kalt, Gewitter, Sonne im Gesicht, Regen in den Schuhen, ... alles war dabei in den letzten Tagen. Aber beim Anschauen der Fotos sind die Nebelbilder eindeutig die interessanteren.

11.08.06

Kringelrausch

sitzbanner1.jpg Der Sitz (s.u.) für den Thron ist fast fertig. Gestern habe ich fast die gesamte Sitzfläche mit Kringeln bedeckt (Klick auf das Bild links), so lang, dass ich beinahe selbst schon genug davon hatte.
Jetzt ist eine Woche Zwangspause in der Werkstatt; ich werde sie nutzen, um mir Gedanken über die Armlehnen zu machen. Irgendwie ists eben kein richtiger Thron ohne Armlehnen...

07.08.06

Plan D

sitz1.jpg Erstaunlicherweise ist die Operation am gebrochenen Thronbein geglückt. Vom Bruch ist zumindest von außen nichts mehr zu sehen und es scheint wieder gut verbunden zu sein.
Trotzdem habe ich mich nun doch dafür entschieden, es bei drei Beinen zu belassen. Einmal um das Wackelrisiko einzuschränken und auch vorallem, weil es mir mittlerweile besser gefällt. Es wirkt schlanker und eleganter, nicht so massig.
Heute habe ich das Innenleben der Sitzfläche gebaut. (Auf dem Bild links von oben gesehen. In die drei Aussparungen werden die Zapfen der Beine gesteckt.) Ebenso wie die Beine wird sie mit Stegen verstärkt, um das Gewicht zu verteilen. Eine langwierige Arbeit, die nicht wirklich Spaß macht. Zum Glück muss es nicht (wie in der Ausbildung bei ähnlichen Arbeiten) gerade und rechtwinklig sein - ganz im Gegenteil, denn der Sitz soll ja zum Restthron passen.
Jetzt fehlt noch der "Deckel" und dann kann der angenehme Teil der Arbeit kommen: wildes Gekringel.

04.08.06

Kurioses

derakhshan.jpg Alle hundert Jahre schaue ich - peinlich berührt ob der dilettantischen Aufmachung und Aufbereitung - auf die Website des Kalkspatz. Jegliche Kritik oder Belustigung käme einer Nestbeschmutzung gleich, ist es doch die einzige deutschsprachige Seite im Internet, die derartig umfangreich über keramische Themen berichtet, Rezepte, Informationen und Bildmaterial zur Verfügung stellt, und überhaupt eine Art Forum bietet.
Wann immer ich mich fremd fühlen will in meinem Metier oder amüsierend überlegen (je nach Stimmung), findet sich dort mit Sicherheit etwas - doch diese heutige Entdeckung toppt alles bisher dort Gefundene: Ein Unterrichtsskript des fachtheoretischen Unterrichts an meiner ehemaligen Keramikschule als pdf-Download, zusammengestellt von Absolventen.
Kurios deshalb, weil Herr Derakhshan mir nicht wegen seines - im Vorwort angepriesenen - unerschöpflichen Wissens in ewiger Erinnerung geblieben ist, sondern eher wegen seines konfusen, jeglicher pädagogischer oder didaktischer Struktur fremden Unterrichtsstils: Bis ins unleserliche kopierte und grammatikalisch abenteuerliche Arbeitsblätter ("Damit Sie besser aufpassen!"), gefeit gegen Zwischenfragen aller Art ("Das brauchen Sie nicht zu wissen, dass kommt in der Prüfung nicht dran.") und die immer wieder mit größter Freude vorgetragene, ständig aktualisierte Liste der gescheiterten Laufbahnen ehemaliger Absolventen.
Vielleicht entgeht mir ja auch nur die Ironie dieses Projektes, beachtlich ist es allemal, wie aus diesem kruden Wirrwarr ein so übersichtliches Skript entstanden ist. Und dankbar heruntergeladen wird es auf jeden Fall, sind doch meine eigenen Unterlagen der damaligen "Geschafft!"-Euphorie zum Opfer gefallen.

03.08.06

(Hals- und) Beinbruch

Ein langer, tragischer Tag in der Werkstatt, heute. Nachdem endlich der bestellte Ton gekommen ist, habe ich Platten ausgewalzt, um mit der Sitzfläche für der Thron weitermachen zu können. Die Sitzfläche wird aus Tonplatten gebaut - innen mit Stegen vertärkt, außen mit Kringeln verziert. (dort nochmal das Modell zur Erinnerung)
Zwei Thronbeine sind schon geschrüht, die anderen beiden kamen heute in den Ofen.
Bzw. sollten. Eine Sekunde Unachtsamkeit, eine Tischkante ... und das letzte Thronbein hat ein Stück Fuß verloren. Vier glücklicherweise gerade und saubere Bruchkanten, so dass das ganze theoretisch gut zu reparieren ist. Kleben kann man zwar erst nach dem Brand, aber während der Ausbildung haben wir ein Stück Alchemie (oder Keramikerlatein?) mitbekommen: Tonschlicker aus Essigessenz klebt angeblich ungeschrühte Bruchstellen. Ich kann mich zwar nicht erinnern, dass das bei mir tatsächlich einmal funktioniert hätte (zumindest nicht bei so großen Brüchen) aber ein Versuch ist es wert:

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Also schnell zum Supermarkt und Essigessenz gekauft (und Schokolade als Nervennahrung).

repariert.jpg Zusammen mit trockenen Tonkrümeln entsteht ein Tonbrei, Schlicker genannt, mit dem die gebrochenen Teile wieder aneinander montiert werden.
Ich habe eher wenig Hoffnung das es tatsächlich klappen wird, bisher konnte mir zumindest noch niemand einleuchtend erklären, was da für Wundermittel in der Essigessenz enthalten sind.

Plan B: In jedem Fall können die Stücke geklebt werden wenn alles fertiggebrannt ist, die Bruchstelle wird dann allerdings sichtbar sein.

Plan C: eine neues Bein muss gemacht werden.

Plan D: Der Thron wird dreibeinig (und garantiert wackelfrei!), die Sitzfläche trapezförmig statt quadratisch. Ein Bein hinten, zwei vorn. Je mehr ich heute über diese Möglichkeit nachdachte, desto attraktiver erschien sie mir, ja fast sogar attraktiver als die ursprüngliche Idee der vier Beine.

Das operierte Bein ist jedenfalls jetzt erst einmal im Ofen, am Montag weiß ich mehr.