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Zur Zeit arbeite ich achtarmig und vierhändig an einem viel zu lang vor mir hergeschobenen Auftrag für das Stadtmuseum Landsberg, die Sommertrödelei rächt sich und draußen ist Herbst. Also presse ich aus jedem Tag noch die letzten Minuten heraus und alles andere bleibt liegen. Der Thron zum Beispiel. Er wird alt und ich mir unsicher - der Sitz gefällt mir nicht mehr. Ich will einen neuen, anderen machen. Runder und vorallem leichter, nicht nur gewichttechnisch. Wie auch immer - die frische Luft wird ihn aller Voraussicht nach wohl erst im Frühling umwehen.
Frische Luft gabs gestern immerhin für mich - die Pipettes waren in München und haben mich mit einem sehr netten, witzigen und dynamischen Konzert erfreut. Viele Pünktchenröcke, wippende Ponys und schwingende Hüften.
Mehr z.B. dort.
... ernähren sich von Pflanzensäften und scheiden eine harzartige Substanz aus, aus der man Schellack gewinnt. Daraus stellt man mittlerweile zwar keine Schallplatten mehr her, aber gebraucht wird er immernoch, u.a. in der Keramik.
Dünn auf den ungebrannten Ton (in diesem meinem Fall Porzellan) aufgepinselt, versiegelt er die Oberfläche. Mit einem feuchten Schwamm werden dann die freien Stellen ausgewaschen, so dass ein flaches Relief entsteht. Beim Brennen verschwindet der Schellack wieder rückstandslos. (Auf dem Foto ist links ein schon ausgewaschenes Gefäß zu sehen, rechts ein noch unfertiges.)
Der momentane Plan ist, dass die dünneren Stellen des Porzellans nach dem Brand durchscheinend sind. So spaziere ich wiedereinmal auf einem schmalen Grat, denn "dünn genug" liegt sehr nahe bei "zu dünn" (und kaputt). "Lichter" sollen es werden, so oder auf eine andere Art.