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19.01.07

Céladon

ist eine Figur aus dem Schäferroman "L'Astrée" (1607) von Honore d'Urfe. Dieser Prototyp des schmachtenden, schüchternen Liebhabers ist nicht nur als Redewendung in die französische Sprache eingegangen, sondern auch - nach seinem hellgrünen Mantel - als Bezeichnung für eine ganz bestimmte keramische Glasur: Seladon. Im Mittelalter von China nach Europa gekommen gehört sie bis heute wohl zum Schönsten und Schwierigsten, was sich ein glasurtechnisch ehrgeiziger Keramiker so vornehmen kann. Die eisenoxidhaltige, meist sehr dick aufgetragene Glasur wird im reduzierenden Brand (mit Gas) wässrig-bläulich, zart-mattgrün oder auch olivgrün bis gelblich.
Das Gelingen der Glasur und der Farbe hängt stark vom Brennverfahren ab, viel Geduld und Erfahrung ist nötig. Was Glasurtechnik betrifft habe ich weder das eine noch das andere, an Interesse und Ehrgeiz mangelt es diesbezüglich auch. Aber Anschauen tue ich sie mir gerne:

fouilhoux.jpgyoshikawa.jpgchampy.jpg

(v.l.n.r.: Jean-Jaques Fouilhoux, Masamichi Yoshikawa und Claude Champy - Links zu informativen Websites sind mal wieder spärlich gesät)

Die Galerie Handwerk widmet sich derzeit in einer Ausstellung speziell dieser Glasur und hat Stücke von namhaften internationalen Keramikern zusammengetragen.
Die Präsentation ist allerdings leider eher ein Trauerspiel: Podeste auf Schienbeinhöhe, als "Vitrinen" umfunktionierte Wandschränke die an ausgedientes Schulinventar erinnern und die fast durchweg schlechte Beleuchtung werden den schönen Stücken leider kaum gerecht. Schade, denn Keramiker diesen Ranges sind selten so versammelt zu sehen, zumindest nicht in Deutschland.

04.01.07

Neues Glück

"... if one scheme of happiness fails, human nature turns to another."

Der trockene Thron staubt ein, weil ich immernoch nicht weiß, wie und ob ich die Sitzfläche anders und besser machen kann.
Bevor ich mich zu Entschlossenheit und Konsequenz durchringen kann, verfolge ich die Straße "Porzellan/Licht" weiter. (Ohne Digitalkamera vorerst, die sich zum neuen Jahr in die Rente verabschiedet zu haben scheint.)
Ich habe kleine Lampenschirme gedreht, in Glockenform, die gruppiert zu einer Art Lichterkette auf verschiedenen Höhen von der Decke hängen sollen. Mit 18 Schirmchen habe ich begonnen, 13 sind es nach dem Abdrehen und wenn der Schellack und der Schwamm ins Spiel kommen, werden es sicher noch einmal ein paar weniger. Das Porzellan ist furchtbar störrisch und zickig, verzeiht kleine Unachtsamkeiten und Nachlässigkeiten bei weitem nicht so gnädig wie Ton.