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Filmfest #1: Richard Linklater

Beim Münchner Filmfest lief dieses Jahr u.a. eine großangelegte Retrospektive zu Richard Linklater, respektive seinen Filmen.
Ich habe den Großteil davon gesehen und war überrascht wie vielseitig und bunt die Palette ist. Zumindest stilistisch - thematisch zieht sich eigentlich durch alle Filme eine Art lockere Melancholie. getpic-1.jpg Protagonisten, die irgendwie durchs Nirgendwo zu driften scheinen - Geschichten die sehr oft auf ein Kammerspiel aus wenigen Akteuren reduziert sind. Zeit spielt keine Rolle, oder eben eine sehr große: Filme wie "Before Sunset" und "Tape" scheinen wie in Echtzeit gedreht. Es wird geredet, geredet, geredet, geredet und generell eher wenig getan.
Im Erstling "Slacker" wirkt dieses Szenario wie eine Endlosschleife. Die Kamera folgt Menschen auf der Straße und ihren kleinen Erlebnissen, Gesprächen und Begegnungen, scheinbar zufällig begleitet sie den einen oder anderen weiter bzw. lässt ihn allein weitergehen - viele einzelne (hunderte!) Fäden, die ins Leere laufen und sich nie mehr wiederfinden. Ein Film, der an den Moment der Kindheit erinnert in dem man realisiert, dass die Straße, die Autos, die Häuser auch noch da sind, wenn man selbst nicht mehr dort ist.
getpic.jpgDie letzten Filme sind geprägt von visuellen Experimenten. Besonders eindrucksvoll in dieser Sparte "A Scanner Darkly": Düstere und klaustrophobische Zukunftsvisionen in animierten Comic-Bildern, eine spannende Gratwanderung zwischen herkömmlichem Spielfilm und Zeichentrick.
Aber vorallem in den weniger plakativ thematisierten, früheren Filmen ist das Hauptanliegen des Regisseurs am nähsten unter der Oberfläche - Menschliche Beziehungen aus der Blickwinkel der Kommunikation: Warum wird was wann gesagt, oder eben nicht gesagt? Man beobachtet, hört zu, denkt mit, heimlich - wie einem beiläufig interessanten Gespräch am Nebentisch.

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