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"Take care of the sense, and the sounds will take care of themselves."

alice.jpg Diesen Satz aus Lewis Carroll's Vorlage hat sich die koreanische Komponistin Unsuk Chin vermutlich über den Schreibtisch gehängt - die Uraufführung ihrer Oper "Alice in Wonderland" hat mich sehr begeistert.
Nicht zuletzt auch wegen der originellen, verspielten und abgründigen Inszenierung - endlich einmal kein nettes, harmloses "Märchen" (wie in den zahlreichen Verfilmungen des Stoffes) sondern eine Bühne auf der sich der Nonsens, der Humor und die Anarchie des Buches voll entfalten konnte.
Überlebensgroße Masken und Puppen an Seilen schwebend, absurde Kostüme, morbide Töne. Alles im Dienste der Geschichte und der Charaktere, erfrischend unverkopft und trotzdem inspirierend schräg. Überhaupt war deutlich, wie gut Komponistin und Librettist mit der Vorlage vetraut waren und wie ihnen der Stoff am Herzen liegt.
Die Musik wirkte auf mich so eher als "Begleitung" des Geschehens auf der Bühne, oft im Hintergrund und Raum lassend für Rezitative (dankenswerterweise in der Orginalsprache), Spiel und teilweise Pantomime.
Das Münchner Premieren- (und gleichzeitig Opernfestspieleröffungsabend-) Publikum wusste es leider nur vereinzelt zu schätzen. Es wurde aufgestanden und gegangen und am Ende heftig gebuht.

Eine kleine Zusammenfassung der Inszenierung als Video.

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Kommentare

das meint die NZZ, ziemlich wohlwollend, aber nicht ausgeschöpfte Reserven sehend:
http://www.nzz.ch/2007/07/02/fe/articleFB7XG.html

Dankeschön für den Link! Die Süddeutsche äußert sich ähnlich. Bezeichnenderweise rührte die Unzufriedenheit des Publikums aber nicht von den unausgeschöpften Reserven her, hatte ich den Eindruck - im Gegenteil. ;-)

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